Mikronährstoffe

Mikronährstoffe in der Praxis

L-Carnitin

Mikronährstoffe

L-Carnitin, ein Vitaminoid, ist mitochondriale Medizin. Es ist eine ganz zentrale Substanz für Energiebildung (bringt Nährstoffe in das Mitochondrium) und Entgiftung (entgiftet Mitochondrien). Daher ist es besonders wichtig bei Mitochondriopathien, Leistungsdefiziten und im Sport, aber auch für die Leistungsfähigkeit im Alltag.

 

Indikationen / Wirkungen

von A – Z

  • AD(H)S
  • Antiepileptika-Einnahme
  • Diabetes
  • Dialyse
  • Erhöhtes LDL-Cholesterin
  • Erhöhte Triglyceride, Lipoproteine
  • Fatigue
  • Fibromyalgie
  • Gewichtsreduktion
  • Hepatische Encephalopathie
  • Herzerkrankungen, Kachexie
  • Krebs
  • Leistungssport, Leistungssteigerung
  • Mitochondriopathien
  • Muskelaufbau, Myopathien
  • Neurodegenerative Erkrankungen
  • Polyneuropathien
  • Rhabdomolyse
  • Schwangerschaft
  • Schwermetallbelastungen
  • Systemischer Mangel
  • Triglyceridämie
  • Zytostatika-Einnahme (Kardiotoxizität)

 

Dosierung

  • 600 – 1200 mg / Tag
  • Individuelle Dosierung
  • USA: 500 bis 2000 mg/ Tag
  • Sport 3000 bis 6000 mg / Tag

L-Glutamin

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Glutamin ist die Aminosäure, die vom Körper am meisten benötigt wird. Sie ist von großer Bedeutung für die Energie und den Schutz der Darmschleimhaut. L-Glutamin verhindert das Durchdringen von Bakterien durch die Darmschleimhaut und ist wesentlich für bestimmte Immunfunktionen, wie Makrophagentätigkeit und NK-Zell-Bildung. Glutamin ist ebenso Baustein für die Glutathionsynthese, an der Säure-Basen-Regulation beteiligt, der Erhaltung und Zunahme der Muskulatur, der Ammoniak-Entgiftung des Gehirns, hat einen anabolen Effekt im Stoffwechsel und wird für die Genexpression benötigt.

 

Indikationen / Wirkungen

  • entzündliche Erkrankungen des gesamten Magen-Darm Traktes, insbesondere der Darmschleimhaut
  • Helicobacter pylori-Infektionen
  • Leaky-Gut-Syndrom
  • Darmsanierung (z.B. nach Antibiose, Ulcera, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Infektanfälligkeit
  • Sepsis
  • HIV
  • chirurgische Eingriffe
  • Sport, Leistungssport
  • Kachexie
  • Zytostatika-Therapie

 

Dosierung

  • Prävention: 0,5 – 2 g täglich
  • Infektabwehr: 2 – 5 g täglich
  • Magen-Darm-Erkrankungen: 2 g täglich
  • Sport 5 – 10 g täglich, bei Leistungssport mehr
  • Bei schweren Erkrankungen auch intravenös oder enteral und in höherer Dosierung
  • CAVE: bei höheren Dosierungen Umwandlung in Glutamat. Nicht bei Krebserkrankungen!

 

L-Lysin

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Die essentielle Aminosäure L-Lysin ist vor allem gegen Viren (z.B. Herpes-Viren) effektiv, aber auch gegen andere Erreger. Außerdem ist sie erforderlich für Bildung von Bindegewebe, Knochenwachstum, Calciumresorption und Carnitin-Synthese und steht in Wechselwirkung mit dem Insulinstoffwechsel. Sie ist auch gut mit Vitamin C-Infusionen zu kombinieren.

Indikationen

  • Virusinfektionen, z. B. mit Herpes simplex
  • Diabetes
  • Osteoporose
  • vegetarische Ernährung

Dosierung

Prophylaxe von Herpes simplex 0,5 g bis 1,5 g pro Tag
Therapie von Herpes simplex 3 g täglich
Andere Infektionen entsprechend
Gleichzeitige Zufuhr von L-Arginin vermeiden.

L-Tyrosin

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Die Aminosäure L-Tyrosin ist an zahlreichen Stoffwechselschritten beteiligt. Das betrifft unter anderem die Schilddrüsenhormone und einige Neurotransmitter wie Dopamin und Melatonin, Betaendorphin und Noradrenalin.

Indikationen / Wirkungen

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Leistungsstress, Prüfungssituationen, mentale Erschöpfung
  • Burnout
  • Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit
  • Stressreduktion
  • Depression
  • Alkoholentzug
  • Parkinson

Dosierung

Mindestens 1.000 mg pro Tag
Problemlos auch mehr

Lecithin / Phosphatidylcholin mit Biotin

Mikronährstoffe

Phospholipide in magensaftresistenten Kapseln.

Phospholipide sind lebenswichtige Membranbestandteile und daher ein grundlegender Baustein für zahlreiche Therapien.

Eine magensaftresistente Verkapselung ist wichtig, damit die Phospholipide unverdaut an die Darmschleimhaut gelangen. Studien belegen, dass die Therapie mit Phosphatidylcholin/Lecithin z. B. bei Morbus Crohn effektiver ist als die Behandlung mit den üblichen Medikamenten.

Biotin ist besonders günstig für die Darmschleimhaut.

Vitamin B1 ist gut für die Funktion von Nerven und Psyche.

Das Phospholipid Lecithin/Phosphatidylcholin ist außerdem bekannt für seine positiven Effekte auf das Nervensystem.

Indikationen / Wirkungen

  • akute und chronische entzündliche Darmerkrankungen
  • z. B. auch bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Colitis ulcerosa und Morbus Crohn
  • „Reizdarm“
  • Leaky-gut-Syndrom
  • Dysbiosen
  • Entgiftungstherapien
  • erhöhte psychische und mentale Belastung
  • Konzentrationsstörungen
  • Merkfähigkeitsstörungen
  • Alter
  • Prävention

Dosierung

min. 3 x 1 Kapsel täglich

Besonders günstig ist es, wenn das Produkt in magensaftresistenten Kapseln dargeboten wird und die Phospholipide aus Sonnenblumenöl gewonnen sind, nicht aus Soja!

Leinöl

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Das Öl aus den Leinsamen (Linum usitatissimum) ist mit 90 % mehrfach ungesättigten Fettsäuren reichhaltiger als jedes andere Speiseöl an ungesättigten Fettsäuren. Es enthält 56,5 % der essentiellen Omega-3 Fettsäure α-Linolensäure sowie 15,5 % Linolsäure. Dies ist eine Omega-6 Fettsäure, aus welcher mit Vitamin B6, Magnesium, Zink und dem Enzym Δ-6-Desaturase in nur einem Stoffwechselschritt die wertvolle ƴ-Linolensäure gebildet wird.

α-Linolensäure und Linolsäure spielen im Körper eine wichtige Rolle. Sie sind aber auch Vorstufen der Arachidonsäure, aus der bei Bedarf die Gewebshormone Eicosanoide gebildet werden können.

Das kindliche Gehirn benötigt beispielsweise Arachidonsäure zu seinem Aufbau. Aber auch HPU-Kinder weisen oft einen Mangel an Arachidonsäure auf.

Leinöl hat somit andere Akzente und Vorzüge als Fischöl.

 

Indikationen / Wirkungen

  • positive Wirkung auf Haut und Nerven
  • Neurodermitis und andere atopische Erkrankungen
  • Neurodegenrative Erkrankungen
  • Neuropathien
  • Anämie
  • Wachstumsverzögerung

 

Dosierung

  • 2 x täglich 2 Kapseln sind eine häufige Dosis. Therapeutische Dosen sind oft höher.

Nur eine langfristige und kontinuierliche Gabe von alpha-Linolensäure und gamma-Linolensäure ist sinnvoll.

Löwenzahn

Pflanzenwirkstoffe

Taraxacum officinale

Inhaltsstoffe von Löwenzahn: Vitamine, Bitterstoffe, Triterpene, Sterole, Carotine, Flavonoide, Gerbstoffe, Mineralien, Spurenelemente, ätherisches Öl, Schleimstoffe, Inulin, Tarexin.

Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Blätter.

Indikationen / Wirkungen

Einsatzgebiet: entgiftende Vorgänge

  • Verbesserung der Funktion von Leber, Galle, Niere (Leber- und Gallenleiden)

Dosierung

häufige Dosierung 3 x 2 Kapseln oder auch höher nach Empfehlung eines Therapeuten